Stand der Sanierungsarbeiten (Sept. 2018)

Nach der Schließung der Kirche wurden sämtliches Mobiliar und alle sakralen Gegenstände gesichert und die Skulpturen der Seitenaltäre und die Kreuzwegstationen in ein Atelier zur Restaurierung gebracht. Das herausragende Kunstwerk in der Frauenfriedenskirche, die Mosaik-Altarwand von Josef Eberz, wird im kommenden Jahr fachgerecht gereinigt und ausgebessert werden. 
 
In den vergangenen  fünf Monaten stand die Ertüchtigung der baulichen Substanz der Kirche im Vordergrund. Die Taufkapelle und der Seiteneingang zur Hedwig-Dransfeld-Straße wurden von April bis Juni 2018 mit einem Spezialverfahren unterfangen, um die Bodenbewegungen unter der Kirche und die daraus resultierenden Schädenzu neutralisieren. 
 
Zur Zeit findet die Erneuerung der Bodenplatte statt. Diese im wahrsten Sinne des Wortes umwälzende Aktion (s. Foto) nutzen die Architekten und Planer in diesem Jahr für die Sanierung der technischen Anlagen. Neue Kabel und Kanäle können danach im Boden verlegt werden und ermöglichen so eine moderne Licht- und Akustik-Ausstattung. Da die alten Heizkanäle nicht mehr nutzbar sind, hat sich die Gemeinde  für eine neue Heizung entschieden, die den ökologischen und wirtschaftlichen Anforderungen Rechnung trägt.  
 
Im Frühjahr 2019 wird die Kirche komplett neu gestrichen, bei einer Deckenhöhevon 20 m und der schieren Größedes Kirchenraums keine Kleinigkeit. Alleine für die Putz- und Malerarbeiten und die entsprechende Gerüststellung rechnen wir mit Kosten von rund 650.000 Euro. Bei diesen Arbeiten werden die Befunde der Restauratoren und des Denkmalschutzes genauso berücksichtigt wie die Erfordernisse der modernen Liturgie und die heutigen, durch den Baumbestand der benachbarten Hedwig-Dransfeld-Strasse und die modernen Fenster gegebenen Lichtverhältnisse. 
 
Abseits von der Baustelle beginnen die Arbeiten für die neue liturgische Mitte unserer Pfarrkirche, den neuen Altar des Künstlers Tobias Kämmerer. Sein Entwurf, ein goldfarbenes halbes Oval plus ein entsprechender Ambo, wurde 2017 von einer Jury einstimmig ausgewählt, weil er die Ausstattung und die künstlerische und historische Bedeutung der Frauenfriedenskirche unterstreichen und herausheben wird. Altar und Ambo aus Bronzeguss werden auf einer neuen anthrazitfarbenen Altarinsel stehen und – wie früher der farbige Hochaltar – Mittelpunkt der Kirche und der Gläubigen sein. 
 
Bis alles steht, müssen wir uns noch ein gutes Jahr lang gedulden. Durch immer wieder neue bauliche Erkenntnisse und restauratorische Befunde ist eine genaue Zeitplanung schwierig. So wurden in den vergangenen Wochen Wurzeln unter der Bodenplatte entdeckt, die eine Boden- und Vegetationsuntersuchung erforderlich machen. Außerdem wurde der Bauausschuss damit konfrontiert, dass in den Lichtgaden Material verbaut wurde, das heute nicht mehr erlaubt ist und folglich entsorgt werden muss. 

DANKE
Einen großartigen Beitrag leisteten seit Oktober 2017 die Mitglieder des Katholischen Deutschen Frauenbunds (KDFB). Nach einem Aufruf in der Zeitschrift "Engagiert" spendeten sie rund 19.550 € für "ihre" Frauenfriedenskirche. Allen Leserinnen und Spender*innen sagen wir ein herzliches Dankeschön. Wir freuen uns sowohl über die finanzielle Förderung, die der Wiederaufnahme der ursprünglichen Farbigkeit zugute kommt, wie auch über die großartige Solidarität. 
Rose Schmitt und Walburga Wittmann (KDFB) überreichten Franziska Baumgartl und Kerstin Stoffels (Freundeskreis Frauenfrieden e.V. ) am 13. Juli den Scheck.

Das Benefizkonzert "Sankt Marien an der Orgel" vom 11. März 2018  erbrachte Spenden in Höhe von 970,00 €. Wir danken unseren Gästen und Spendern von Herzen. Den vier Organisten, Eva Schäfer, Philip Schwed, Markus Möller und Benedikt Kochen ein herzliches Vergelt's Gott für ihren ehrenamtlichen Einsatz an der Orgel. Wir hoffen, Sie hatten genauso viel Freude wie wir!
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Am 3. Februar 2018 war Minister Boris Rhein zu Gast in der Frauenfriedenskirche. Gemeinsam mit dem Präsidenten des Landesamts für Denkmalpflege, Dr. Markus Harzenetter,  überreichte er der Gemeinde eine Finanzierungsbescheid über € 150.000 für die Sanierung der Kirche. Minister Rhein würdigte damit die einzigartige Geschichte und historische Bedeutung der Kirche. Bei einer Führung durch die Frauenfriedenskirche wurden den Gästen die Kunstwerke in und außerhalb der Kirche gezeigt, aber auch die schweren Mängel, die die Sanierung so dringend erforderlich machen.
Pfarrer Joachim Braun dankte im Namen der Gemeinde für die großzügige Zuwendung, die das Interesse der Landesregierung an der Frauenfriedenskirche und ihrer besonderen Mission für den Frieden deutlich macht.

Siehe auch den Artikel in der Frankfurter Rundschau vom 24. Februar 2018:
http://www.fr.de/frankfurt/stadtteile/frankfurt-west/frauensfriedenskirche-in-frankfurt-bockenheim-boden-der-kirche-bewegt-sich-a-1454699